Arbeitslosigkeit tötet

Es gibt etwas, das die Meisten von uns nicht besonders mögen, das sie aber umbringt, wenn sie es verlieren: die Arbeit.
Denn laut der Metastudie von David J. Roelfs, Eran Shor, Karina W. Davidson and Joseph E. Schwartz erhöht sich die Sterbewahrscheinlichkeit durchsnittlich um 63%. Der Stress, der aus dem Verlust des sozialen Status, Geldproblemen etc. erwächst, wirkt verheerender als der Stress am Arbeitsplatz. Gleichzeitig gibt es Studien, die besagen, dass 20% der Deutschen bereits innerlich gekündigt haben und 68% nur noch Dienst nach Vorschrift machen – eigentlich also eine große Distanz zur Arbeit. Das ist auf tragische Weise paradox.

Was lässt sich tun?

  • Ein robustes Selbstwertgefühl aufbauen, das sich nicht aus dem Beifall der Mehrheit speist, sondern wie sehr man mit sich selbst im Einklang lebt. Oder um es mit den Stoikern zu sagen: Arbeit und damit der soziale Status ist etwas äußerliches. Ich habe es nicht unter Kontrolle und darf mich daher nicht davon abhängig machen.
  • Erwerbsarbeit darf immer nur ein Baustein unter mehreren im eigenen Lebensentwurf sein. Durchaus ein wichtiger Baustein, aber nie der allein entscheidende.
  • Die Abhängigkeit vom Einkommen mildern indem die Ansprüche auf ein sinnvolles Maß reduziert werden. Stichwort Minimalismus

Geschenke für Minimalisten

Geschenke können für einen praktizierenden Minimalisten zum Problem werden. Ich meine nicht die Geschenke, die man verteilt, sondern die, die man bekommt. Sie sind nett gemeint, aber häufig genug hätte man sie sich selbst gar nicht zugelegt. Und da man zusätzlich auch noch etwas anderes entsorgen muss, wird die Freude zusätzlich geschmälert. Das Geschenk – gleich nachdem der Schenker zur Tür hinaus ist – wegzuwerfen, ist auch nicht so ganz einfach – man will ja nicht undankbar sein.

Mein Vorschlag für den praktizierenden Minimalisten: wünschen sie sich immer etwas zu essen oder zu trinken. Das sind Geschenke, die statt die Wohnung zustellen und einfach verbraucht werden. Und wenn sie gut gewählt sind bescheren sie auch viel Freude. Weiterlesen

Macht Minimalismus glücklich?

Irgendwann wird der Tag gekommen sein, an dem sie alle überflüssigen Besitztümer verschenkt, verkauft oder weggeworfen haben. Auch bei den Routineaufgaben haben sie ausgemistet und ihr Leben ist frei von vermeidbarem Ballast.

Sind sie jetzt glücklich?

Sie haben in jedem Fall zeitliche, räumliche und finanzielle Freiräume für sich gewonnen. Es ist etwa so, als ob sie ein schweres Gewicht los sind, das sie über lange Zeit durch die Gegend getragen haben. Für den Moment macht das sicherlich glücklich.
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Ein Ding neu, ein Ding weg

Ein kleines Hilfsmittel für alle Anfänger und Fortgeschrittene des praktizierten Minimalismus:

Für jedes neue Ding muss ein altes Ding weg.

Definieren sie einfach ihren jetzigen Bestand an Besitztümern als Hochwassermarke. Mehr darf es nicht werden. Niemals und unter keinen Umständen. Wenn also eine Neuanschaffung geplant ist, muss notwendig etwas Altes weichen. Am Besten noch bevor das neue Ding in ihrer Wohnung auftaucht. Aber spätestens in dem Moment, in dem ihnen das neue Ding gehört (also beispielsweise wenn sie bezahlen), muss klar sein, was wegkommt.
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Fünf gute Gründe für die Stadtbibliothek

Als Kind und Jugendlicher besaß ich einen Ausweis für die Stadtbibliothek und nutze ihn auch gut aus. Nicht nur für Bücher, sondern auch um diverse Zeitschriften zu lesen für die ich damals nicht genug Geld hatte. Als Student dann stand mir der Zugang zur Universitätsbibliothek offen: jede Menge Fachliteratur, aber keine Belletristik mehr.
Es folgten eine lange Pause, bis ich mir vor einigen Jahren zusammen mit meiner Frau wieder einen Ausweis für die Stadtbibliothek besorgte. Nur ein paar Euro jedes Jahr, die sich unterm Strich als sehr lohnend erweisen.
Daher einfach mal ein fünf gute Gründe für einen Leihausweis:

  1. Man kann sich stapelweise Bücher ausleihen. Einfach mal ein Buch nach einem schönen Cover oder aufgrund eines interessanten Klappentextes ausleihen. Oder zwei oder drei. Kaufen würde ich sie auf der Basis von so vagen Hinweisen eher nicht. Aber ausleihen. Wenn es mir nicht gefällt, was soll’s. Aber meist gefällt es und und gelegentlich ist etwas überraschend Neues dabei, was von meinen Lesegewohnheiten abweicht.
  2. Reiseführer. Ideal zum Ausleihen, denn man braucht sie vor und während einer Reise. Danach nicht mehr.
  3. Medien gibt es heutzutage in öffentlichen Bibliotheken auch, also CD’s und DVD’s. Zugegeben, der Action-Knaller wird sich eher selten in den Beständen finden, aber es bleibt genug, was sich auszuleihen lohnt. Und die Entleihfrist liegt typischerweise bei einer ganzen Woch.
  4. Nichts stopft mir nach dem Lesegenuß anschließend die Wohnung voll. Alles wird zurückgegeben.
  5. Und wenn denn ein Buch so toll ist, dass ich es unbedingt besitzen möchte, so kann ich es ja noch jederzeit kaufen.

Öffentliche Bibliotheken sind also für den praktizierenden Minimalisten wie geschaffen.

Zählen sie ihre Sachen

Ein Tipp für alle, die eine Motivationshilfe brauchen um ihre Besitztümer zu reduzieren: zählen sie sie. Machen sie eine Generalinventur über alle Dinge die sie besitzen.
Fangen sie einfach an und zählen sie ihre Möbel. Dann ihre Bücher und alle Kleidungsstücke. Bis hierhin kommt schon einiges zusammen. Beim Geschirr, Besteck und den Küchenutensilien kann es jetzt schon fast inflationär werden. Jetzt noch die elektronischen Spielzeuge, Dekogegenstände und alles was nicht so recht in eine Kategorie passen will. Jetzt sind sie schon fast fertig: weiter geht es im Keller, auf dem Dachboden und in der Garage.

Ich wette, dass sie weit mehr als 1000 Dinge besitzen. Viel mehr.

Aber wahrscheinlich werden sie gar nicht wirklich zählen, denn es dauert einfach zu lange (und ist obendrein ziemlich langweilig). Es reicht schon sich diesen riesigen Hauf Zeug vorzustellen. Von dem sie natürlich jedes einzelne Teil dringen brauchen! Sonst hätten sie es ja nicht gekauft und würden es jetzt hegen, pflegen und abstauben. Oder?

Natürlich gibt es in unserer Breitengraden Untergrenzen an benötigten Dingen. Menschen wie Kelly Sutton mit seinem Cult of Less loten sie aus, sind aber mit ihren maximal 100 Besitztümern ein Extrem, das sich in den meisten Fällen so auf Dauer nicht durchhalten lässt (ich zum Beispiel koche und male gerne; dürfte ich nur 100 Dinge besitzen, so müsste ich das vermutlich nackt machen).
Aber es geht noch extremer: buddhistische Bettelmönche kommen mit zwei Dingen aus – Umhang und Schale. Dagegen sind 100 Dinge schon üppig, aber in unseren Breitengraden auch schnell notwendig.

Aber 1000 Sachen? Oder 2000? Oder noch mehr?

Das ist dann ein bisschen so, als ob sie nicht 5 Kilo Übergewicht hätten, sondern eher 500 Kilo.

Wie man Bücher los wird

Die eigene Bibliothek verschafft ihrem Besitzer zwar einen schönen intellektuellen Touch, aber bei Licht betrachtet besteht sie oft zum größeren Teil aus Büchern, die nie wieder aufgeschlagen werden. Diese Bücher verbrauchen Platz, wollen regelmäßig abgestaubt werden und verursachen bei einem Umzug einen mörderischen Muskelkater.

Aber sie einfach wegwerfen? Da komme ich mir ja wie ein Bücherverbrennender Nazi vor. Es müssen Alternativen her.

Hier meine fünf Favoriten:

  • Der Marketplace von Amazon. Einfach das Buch mit dem geforderten Preis einstellen und hoffen, dass es jemand haben will. Aber Vorsicht: es gehen noch mal Versandgebühren ab. Lohnt sich unterm Strich nur für teurere Bücher
  • Die Alternative ist Booklooker; eher für wirklich antiquarische Bücher geeignet.
  • Über Momox wird es noch einfacher: Einfach via ISBN prüfen, wieviel Momox dafür gibt, dann alle Bücher in einen Karton packen und portofrei wegschicken. Nicht ganz so lukrativ, aber simpel
  • Bücher “frei lassen”; auch eine nette Idee. Mehr darüber verrät BookCrossing
  • Spenden. Der Wohlfahrt, einer Gefängnisbibliothek, wem auch immer

Das alles geht ohne schlechtes Gewissen und man kann sogar noch ein paar Cent erwirtschaften.