Der retrograde Kalender

Wann bis wann waren sie in der Grundschule? Hatten sie als Kind Scharlach und wann war das? Wann wird die Garantie ihres Fernsehers ablaufen?

Derartige Fragen tauchen von Zeit zu Zeit auf, aber mit der Antwort ist es oft nicht ganz so einfach. Zwar kann man sich meist gut an das Ereignis selbst erinnern, aber mit dem Datum hapert es. Für Zeit fehlt uns einfach der richtige Sinn.
Dagegen hilft der retrograde Kalender oder auch das “persönliche Logbuch”. Nehmen sie sich einfach eine Tabellenkalkulation, eine Textverarbeitung oder ein Stück Papier und notieren sie zeitnah alle wichtigen Ereignisse.

Was gehört da alles hinein?

Zunächst einmal die gleichen Daten, die auch in einer Bewerbung stehen würden:

  • Ausbildungszeiten
  • Berufszeiten
  • Weiterbildungen

Damit geht dann auch ihre nächste Bewerbung leichter von der Hand, denn der retrograde Kalender ist ja immer auf Stand.

Der Gesundheitsaspekt spielt natürlich eine genauso wichtige Rolle. Also:

  • ernsthafte Krankheiten
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Impfungen

Das hilft nicht nur die Gesundheitsvorsorge im Griff zu behalten, sondern auch Fragen von Ärzten nicht nur ohne Mühe, sondern vor allem auch richtig zu beantworten.

Und dann kommt das weite Feld all der Ereignisse, die ansonsten wichtig waren. Vielleicht einfach um das Bild zu vervollständigen, sich zu erinneren oder um etwas über lange Zeit im Auge zu behalten:

  • Heirat
  • Umzüge
  • grosse Anschaffungen
  • … die Liste ist ebenso lang, wie indivduell.

Sie halten den retrograden Kalender für eine gute Idee und möchten gleich damit anfangen? Dann sollten sie noch ein paar Gedanken auf seine physikalische Form verwenden. Schließlich soll er sie für den Rest ihres Lebens (oder doch wenigstens viele Jahre) begleiten. Ein paar schlichte Blätter Papier sind sicher eine robuste Möglichkeit … solange man sie nicht verlegt. Wer mehr für aktuelle Technik übrig hat, der greift einfach zu seiner Tabellenkalulation und sichert die entstehende Datei immer brav. Und synchronisiert sie gleich mit seinem Smartphone; so hat man siene Daten immer dabei und gleich auch noch ein Backup.

Arbeitslosigkeit tötet

Es gibt etwas, das die Meisten von uns nicht besonders mögen, das sie aber umbringt, wenn sie es verlieren: die Arbeit.
Denn laut der Metastudie von David J. Roelfs, Eran Shor, Karina W. Davidson and Joseph E. Schwartz erhöht sich die Sterbewahrscheinlichkeit durchsnittlich um 63%. Der Stress, der aus dem Verlust des sozialen Status, Geldproblemen etc. erwächst, wirkt verheerender als der Stress am Arbeitsplatz. Gleichzeitig gibt es Studien, die besagen, dass 20% der Deutschen bereits innerlich gekündigt haben und 68% nur noch Dienst nach Vorschrift machen – eigentlich also eine große Distanz zur Arbeit. Das ist auf tragische Weise paradox.

Was lässt sich tun?

  • Ein robustes Selbstwertgefühl aufbauen, das sich nicht aus dem Beifall der Mehrheit speist, sondern wie sehr man mit sich selbst im Einklang lebt. Oder um es mit den Stoikern zu sagen: Arbeit und damit der soziale Status ist etwas äußerliches. Ich habe es nicht unter Kontrolle und darf mich daher nicht davon abhängig machen.
  • Erwerbsarbeit darf immer nur ein Baustein unter mehreren im eigenen Lebensentwurf sein. Durchaus ein wichtiger Baustein, aber nie der allein entscheidende.
  • Die Abhängigkeit vom Einkommen mildern indem die Ansprüche auf ein sinnvolles Maß reduziert werden. Stichwort Minimalismus

Arbeit macht nicht glücklich

Wissenschaftler der Northeastern University und der Harvard University haben über 300 Millionen Tweets ausgewertet, die zwischen September 2006 und August 2009 entstanden sind. Sie waren dabei auf der Suche nach Schlüsselwörtern, die mit Zufriedenheit zu tun hatten, und werteten sowohl im Tages- und Wochenverlauf, als auch geographisch aus.

Resultat: Morgens und Abends sowie am Wochenende waren die Menschen am zufriedensten. Bei der Arbeit und tief in der Nacht ging die Zufriedenheit drastisch zurück.

Sozusagen ein statistischer Nachweis für etwas, was leider fast eine Binsenweisheit ist: Arbeit macht die meisten Menschen nicht zufrieden. Andererseits: wie sehen die Tweets von Menschen aus, die gut abgesichert sind und nicht arbeiten müssen (es aber vielleicht trotzdem tun) ? Vielleicht kommt ja auch irgendwann mal eine derartige Auswertung.

(via Karrierebibel)

Was motiviert ?

Von RSA gibt es ein hübsches (englisches) Video, in dem der Frage auf den Grund gegangen wird was uns vor allem bei der Arbeit motiviert. Und das ist überraschenderweise nicht Geld – jedenfalls solange es nicht nur um rein körperliche Tätigkeiten geht. Im Gegenteil: Ist eine gute Grundsicherung durch die Entlohnung gegeben, wirkt sich eine höhere Bezahlung unter Umständen sogar negativ aus. Weiterlesen