Ein Ding neu, ein Ding weg

Ein kleines Hilfsmittel für alle Anfänger und Fortgeschrittene des praktizierten Minimalismus:

Für jedes neue Ding muss ein altes Ding weg.

Definieren sie einfach ihren jetzigen Bestand an Besitztümern als Hochwassermarke. Mehr darf es nicht werden. Niemals und unter keinen Umständen. Wenn also eine Neuanschaffung geplant ist, muss notwendig etwas Altes weichen. Am Besten noch bevor das neue Ding in ihrer Wohnung auftaucht. Aber spätestens in dem Moment, in dem ihnen das neue Ding gehört (also beispielsweise wenn sie bezahlen), muss klar sein, was wegkommt.
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Wie man Bücher los wird

Die eigene Bibliothek verschafft ihrem Besitzer zwar einen schönen intellektuellen Touch, aber bei Licht betrachtet besteht sie oft zum größeren Teil aus Büchern, die nie wieder aufgeschlagen werden. Diese Bücher verbrauchen Platz, wollen regelmäßig abgestaubt werden und verursachen bei einem Umzug einen mörderischen Muskelkater.

Aber sie einfach wegwerfen? Da komme ich mir ja wie ein Bücherverbrennender Nazi vor. Es müssen Alternativen her.

Hier meine fünf Favoriten:

  • Der Marketplace von Amazon. Einfach das Buch mit dem geforderten Preis einstellen und hoffen, dass es jemand haben will. Aber Vorsicht: es gehen noch mal Versandgebühren ab. Lohnt sich unterm Strich nur für teurere Bücher
  • Die Alternative ist Booklooker; eher für wirklich antiquarische Bücher geeignet.
  • Über Momox wird es noch einfacher: Einfach via ISBN prüfen, wieviel Momox dafür gibt, dann alle Bücher in einen Karton packen und portofrei wegschicken. Nicht ganz so lukrativ, aber simpel
  • Bücher “frei lassen”; auch eine nette Idee. Mehr darüber verrät BookCrossing
  • Spenden. Der Wohlfahrt, einer Gefängnisbibliothek, wem auch immer

Das alles geht ohne schlechtes Gewissen und man kann sogar noch ein paar Cent erwirtschaften.

Selbsterkenntnis aus Prokrastination

Zufällig stolperte ich gestern über die geradezu ultimative Liste der Dinge, die man gegen Prokratination tun kann : Gefährliche Schiebschaften – 45 Wege gegen Prokrastination. Tatsächlich ist diese Liste so lang, dass ich das Lesen erst mal aufschob. Aber lesenswert ist sie und das eine oder andere lässt sich dort lernen.

Mir allerdings kommt eine Sache zu kurz: die Frage nach dem “Warum?” Der genau Blick auf all das, was man aufschiebt lohnt sich, denn vielleicht kommt man mit etwas Nachdenken auch zu der Lösung das Aufgeschobene gar nicht erst tun zu müssen. Halbherzig begonnene Projekte gehören für mich in diese Kategorie, aber auch die letzte Anstrengung etwas perfekt machen zu wollen. Das geht über die simple Entrümplung von To-Do-Listen, wie sie in dem Post angesprochen wird, weit hinaus. Ich nenne es mal aus Selbsterkenntnis lernen.

Was kann ich wegwerfen?

Es gibt ein simples Kriterium um zu entscheiden, welche ihrer Besitztümer sie ohne Bedenken entsorgen können. Stellen sie sich einfach die Frage: “Für welchen Preis würde ich genau dieses Ding jetzt kaufen?” Nicht als hochglanzpolierte Neuerwerbung, sondern genau in dem Zustand, in dem es jetzt ist.

Ein Beispiel: Vielleicht setzt in irgendeiner Ecke ihrer Wohnung ein alter Computer gerade Staub an, der seit Monaten nicht mehr benutzt wurde. Weggeworfen wird er nicht, weil er ja mal so teuer war. Er ist zwar schon längst nicht mehr Stand der Technik und es gibt auch keinen Grund ihn jemals wieder einzuschalten, aber man kann ja nie wissen. Und überhaupt, er war ja so teuer.

In diesem Moment sollten sie sich vorstellen auf einem Flohmarkt zu stehen. Irgendein netter Mensch bietet ihnen den Computer zum Kauf an. Ein Stück veralteter Technik, ziemlich langsam und der Speicherplatz ist mehr als knapp. Ausserdem ist es fraglich wie lange das Gerät noch halten wird. Würden sie den Computer kaufen?

Wenn die Antwort “Nein” lautet, dann muss er schnellstmöglich entsorgt werden. Und sobald sie ihren Elektronikschrott los sind, kommt der Rest dran….