Ein Ding neu, ein Ding weg

Ein kleines Hilfsmittel für alle Anfänger und Fortgeschrittene des praktizierten Minimalismus:

Für jedes neue Ding muss ein altes Ding weg.

Definieren sie einfach ihren jetzigen Bestand an Besitztümern als Hochwassermarke. Mehr darf es nicht werden. Niemals und unter keinen Umständen. Wenn also eine Neuanschaffung geplant ist, muss notwendig etwas Altes weichen. Am Besten noch bevor das neue Ding in ihrer Wohnung auftaucht. Aber spätestens in dem Moment, in dem ihnen das neue Ding gehört (also beispielsweise wenn sie bezahlen), muss klar sein, was wegkommt.
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Fünf gute Gründe für die Stadtbibliothek

Als Kind und Jugendlicher besaß ich einen Ausweis für die Stadtbibliothek und nutze ihn auch gut aus. Nicht nur für Bücher, sondern auch um diverse Zeitschriften zu lesen für die ich damals nicht genug Geld hatte. Als Student dann stand mir der Zugang zur Universitätsbibliothek offen: jede Menge Fachliteratur, aber keine Belletristik mehr.
Es folgten eine lange Pause, bis ich mir vor einigen Jahren zusammen mit meiner Frau wieder einen Ausweis für die Stadtbibliothek besorgte. Nur ein paar Euro jedes Jahr, die sich unterm Strich als sehr lohnend erweisen.
Daher einfach mal ein fünf gute Gründe für einen Leihausweis:

  1. Man kann sich stapelweise Bücher ausleihen. Einfach mal ein Buch nach einem schönen Cover oder aufgrund eines interessanten Klappentextes ausleihen. Oder zwei oder drei. Kaufen würde ich sie auf der Basis von so vagen Hinweisen eher nicht. Aber ausleihen. Wenn es mir nicht gefällt, was soll’s. Aber meist gefällt es und und gelegentlich ist etwas überraschend Neues dabei, was von meinen Lesegewohnheiten abweicht.
  2. Reiseführer. Ideal zum Ausleihen, denn man braucht sie vor und während einer Reise. Danach nicht mehr.
  3. Medien gibt es heutzutage in öffentlichen Bibliotheken auch, also CD’s und DVD’s. Zugegeben, der Action-Knaller wird sich eher selten in den Beständen finden, aber es bleibt genug, was sich auszuleihen lohnt. Und die Entleihfrist liegt typischerweise bei einer ganzen Woch.
  4. Nichts stopft mir nach dem Lesegenuß anschließend die Wohnung voll. Alles wird zurückgegeben.
  5. Und wenn denn ein Buch so toll ist, dass ich es unbedingt besitzen möchte, so kann ich es ja noch jederzeit kaufen.

Öffentliche Bibliotheken sind also für den praktizierenden Minimalisten wie geschaffen.

Zählen sie ihre Sachen

Ein Tipp für alle, die eine Motivationshilfe brauchen um ihre Besitztümer zu reduzieren: zählen sie sie. Machen sie eine Generalinventur über alle Dinge die sie besitzen.
Fangen sie einfach an und zählen sie ihre Möbel. Dann ihre Bücher und alle Kleidungsstücke. Bis hierhin kommt schon einiges zusammen. Beim Geschirr, Besteck und den Küchenutensilien kann es jetzt schon fast inflationär werden. Jetzt noch die elektronischen Spielzeuge, Dekogegenstände und alles was nicht so recht in eine Kategorie passen will. Jetzt sind sie schon fast fertig: weiter geht es im Keller, auf dem Dachboden und in der Garage.

Ich wette, dass sie weit mehr als 1000 Dinge besitzen. Viel mehr.

Aber wahrscheinlich werden sie gar nicht wirklich zählen, denn es dauert einfach zu lange (und ist obendrein ziemlich langweilig). Es reicht schon sich diesen riesigen Hauf Zeug vorzustellen. Von dem sie natürlich jedes einzelne Teil dringen brauchen! Sonst hätten sie es ja nicht gekauft und würden es jetzt hegen, pflegen und abstauben. Oder?

Natürlich gibt es in unserer Breitengraden Untergrenzen an benötigten Dingen. Menschen wie Kelly Sutton mit seinem Cult of Less loten sie aus, sind aber mit ihren maximal 100 Besitztümern ein Extrem, das sich in den meisten Fällen so auf Dauer nicht durchhalten lässt (ich zum Beispiel koche und male gerne; dürfte ich nur 100 Dinge besitzen, so müsste ich das vermutlich nackt machen).
Aber es geht noch extremer: buddhistische Bettelmönche kommen mit zwei Dingen aus – Umhang und Schale. Dagegen sind 100 Dinge schon üppig, aber in unseren Breitengraden auch schnell notwendig.

Aber 1000 Sachen? Oder 2000? Oder noch mehr?

Das ist dann ein bisschen so, als ob sie nicht 5 Kilo Übergewicht hätten, sondern eher 500 Kilo.

Kur in guter Laune

Bei Alain bin ich in Die Pflicht, glücklich zu sein auf eine besondere Art der Kur gestoßen, eine Kur für gute Laune. In einem seiner Propos (kurze Artikel zu einem Thema) stellt er mit einem Augenzwinkern eine Anleitung für das Bewahren der guten Laune vor. Seine drei Protagonisten schildern sich gegenseitig ihre Fortschritte. So wie in einer Kur ein kalter Wasserguss, der im normalen Leben als höchst unangenehm erlebt würde, einfach als üblicher Bestandteil erlebt wird, so werden in der Kur für gute Laune die Miesmacher nicht als Ärgernis, sondern als Herausforderung betrachtet. Weiterlesen

Die Qual der Wahl

Jeder möchte gerne die Wahl haben und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, aber paradoxerweise werden wir frustriert und unzufrieden, wenn wir mehr als eine Handvoll Möglichkeiten zur Auswahl haben.

2001 führten Sheena S. Iyengar von der Columbia University und Mark R. Lepper von der Stanford University drei interessante Experimente zu genau diesem Thema durch.

Im ersten Experiment konnten Supermarktbesucher aus einer Auswahl von entweder 6 oder 24 Marmeladen einige kosten. Weiterlesen

Bedürfnisökonomie

Der Königsweg zum Glück lief für die meisten antiken Philosophen auf Folgendes hinaus: Passe nicht die Umwelt deinen Bedürfnissen, sondern deine Bedürfnisse der Umwelt an.

Vor allem in christlich geprägten Ländern sind die Menschen im Sinne eines “macht euch die Welt untertan” vom Gegenteil überzeugt. Die Welt scheint mit Hand und Wort den eigenen Bedürfnissen anpassbar zu sein, während diese wiederum angeboren und damit festzustehen scheinen.

Stellen sie sich eine Wippe vor. Weiterlesen